Rechtsanwaltskanzlei Kurz Pfitzer Wolf & Partner (KPW) mahnt für die Sioux Holding GmbH ab

Üblicherweise schreiben wir selten über Abmahnungen und führen erst recht keine Gegnerliste. Jetzt aber liegt uns eine Abmahnung des Rechtsanwalts Dr. Markus Wekwerth für den durchaus namhaften Schuhhersteller “Sioux” vor, über die wir sprechen wollen. Von guten Kollegen wissen wir, dass es nicht die einzige ist.

Was möchte Sioux?

Die Sioux Holding GmbH hat sich in den letzten Jahren einige Marken gesichert. Hierzu gehören die Marken “Hopper” und “Apollo”. Während unser Mandant aus der Marke “Hopper” abgemahnt wurde, traf es beim oben genannten Kollegen die Marke “Apollo”.

Blöderweise hat der ebenfalls bekannte Schuhhersteller “Timberland” einige Zeit lang einen Schuh namens “Park Hopper” auf den Markt gebracht, der jetzt die Marke Hopper verletzen soll.

Dabei fordert Herr Rechtsanwalt Dr. Markus Wekwerth von der Kanzlei Kurz Pfitzer Wolf & Partner (KPW) zunächst nichts Ungewöhnliches:

Zunächst soll unser Mandant unterlassen, den Timberland Park Hopper weiter zu bewerben oder zu verkaufen. Darüber hinaus soll Auskunft darüber erteilt werden, wie viele Paar “Park Hopper” verkauft wurden und welche Umsätze und Gewinne damit generiert wurden.

Natürlich sollen auch die Kosten der abmahnenden Kanzlei erstattet werden – immerhin 1.953,00 € netto plus 20,00 € für Porto und Telekommunikation plus Umsatzsteuer. Außerdem sollen weitere 226,50 € “Externe Kosten Recherche, Dokumentation und ggfls. Testkauf” gezahlt werden.

Was unterscheidet die Sioux-Abmahnung von anderen?

Warum schreiben wir sonst nicht über Abmahnungen, jetzt aber schon?

Der größte Aufreger sind sicherlich die “Externen Kosten” für Recherche und Co. In der Vergangenheit hielt der Bundesgerichtshof Detektivkosten für angemessen, wenn der Täter mit den Bordmitteln des Verletzten nicht zu ermitteln war. Damit handelte es sich um “notwendige Kosten der Rechtsverfolgung”. Hier aber verkaufte unsere Mandant öffentlich bei eBay unter ordentlichem Impressum. Er war also sofort zu finden und anzuschreiben. Welche dieser Leistungen hätten weder Mitarbeit von Sioux noch Anwälte aus der Kanzlei erledigen können?

Wir haben also nachgefragt, welche Wunderfirma denn diese aufwändigen Recherchen betrieben hätten – und keine brauchbare Antwort erhalten. Wir konnten unserem Mandanten daher auch nicht dazu raten, einfach “mal so” gutes Geld zu überweisen. Ein Blick ins Handelsregister weist Herrn Rechtsanwalt Dr. Markus Wekwerth übrigens als Geschäftsführer der “Lawflow GmbH” aus, deren Gegenstand unter anderem das Dokumentieren von Schutzrechteverletzungen ist. Wird hier etwas versucht, über Umwege zusätzliche Gebühren einzutreiben?

Darüber hinaus sprechen deutliche Indizien dafür, dass unser Auftraggeber nicht der einzige Abgemahnte aus der Marke “Hopper” ist. Warum sollte Sioux unter zigtausenden Webshops, die das bekannte Modell von “Timberland” verkaufen, ausgerechnet unseren Mandanten finden, der ein einzelnes Ausstellungsstück bei eBay anbietet?

Sollten wir nämlich Recht haben mit der Annahme, dass hier im großen Stil abgemahnt wird, sind nach der “Novembermann”-Entscheidung des BGH nicht die vollen fast 2.000 € an Anwaltskosten zu zahlen, sondern nur einen Bruchteil. Sollte die Kanzlei Kurz Pfitzer Wolf & Kollegen durch Rechtsanwalt Dr. Markus Wekwerth für die Sioux Holding GmbH tatsächlich klagen, werden sie im Verfahren Stellung nehmen müssen. Wir sind sehr gespannt.

Was soll ich tun, wenn ich eine Abmahnung der Kanzlei Wolf Pfitzer Kurz & Kollegen erhalte?

Zunächst einmal raten wir dazu, nicht blind die eingeforderte Unterlassungserklärung abzugeben. Oftmals geht diese nämlich weit über das rechtlich Geschuldete hinaus.

Wir raten außerdem dazu, die geforderten Rechtsanwaltsgebühren oder gar “Externe Kosten” nicht voreilig zu zahlen. Nach allem, was wir der Abmahnung entnehmen können spricht nämlich viel dafür, dass Sie den Betrag nicht zahlen müssen.

Gern kümmern wir uns um Ihr Anliegen. Schreiben Sie uns einfach per E-Mail an. Gern erhalten Sie auch eine kurze Ersteinschätzung am Telefon. In jedem Fall ist es ratsam, uns die Abmahnung als Scan zu übersenden, damit wir uns einen Ersteindruck verschaffen können.

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